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Zusätzliche Methoden:


Die Untersuchung der Zervix und LH-Tests

Eine weitere Verbesserung der Sicherheit von NFP leisten zusätzliche Beobachtungen. Dabei kann jeden Tag der Gebärmuttermund (Zervix) durch eine Tastuntersuchung erfühlt werden. Dabei stellt sich frau am besten ein Bein höher oder hockt sich hin. Auch im Liegen kann man die Zervix ertasten.

Abbildung aus dem Buch "Natürliche Familienplanung heute"

Dabei verändert sich die Konsistenz der Zervix im Zyklusverlauf sehr markant. Am Anfang (nach der Menstruation) ist sie geschlossen und hart (ähnlich der Nasenspitze). Im Verlaufe des Zyklus ändert sie sich, sie wird weich und der Muttermund öffnet sich (fühlt sich dann an wie das Ohrläppchen, die Öffnung erinnert an ein Donut). Nach dem Eisprung schließt sie sich wieder und wird wieder hart. Diese Beobachtungen kann man zusätzlich durch Symbole im Zyklusblatt vermerken. Nicht verzweifeln, wenn die Untersuchung nicht gelingt! Nur etwa rund 80 % der Frauen schaffen es die Zervix zu fühlen. NFP ist auch mit nur der Schleimbeobachtung am Scheideneingang ausreichend sicher.

Beispiel zur Notierung des Zustandes der Zervix


Abbildung aus dem Buch "Natürliche Familienplanung heute"


Bei LH-TESTS gilt es zunächst den optimalen Zeitpunkt für den Testbeginn festzulegen. LH-Test reagieren auf den Anstieg des LH-Hormons im Urin. Dies passiert etwa 2-5 Tage vor dem Eisprung, um den Eisprung auszulösen. Es gibt eine einfache Rechenregel, um den Testbeginn zu finden (durchschnittliche Zykluslänge minus 19 Tage= erster Testtag). Man sollte etwa 5 Tests an aufeinanderfolgenden Tagen durchführen. Manchmal braucht es auch mehr. Ist ein Anstieg ersichtlich, folgt innerhalb von 24-36 Stunden der Eisprung. Die Tests gibt es entweder in der Apotheke (7 Tests ca. 28 Euro) oder auch billiger im Internet (ab 1.95 Euro pro Stück). LH-Tests sind sehr sinnvoll für den Kinderwunsch. Nach erfolgtem LH Anstieg kann man Verkehr haben und trifft damit den optimalen Zeitpunkt für eine Befruchtung.


Beispiel für einen positiven und einen negativen LH-Teststreifen


Sekundäre Symptome der Fruchtbarkeit

Mittelschmerz
Brustsymptom
Ovulationsblutung


Der Mittelschmerz wird von überraschend vielen Frauen wahrgenommen. Er kündigt sich in der Zeit vor oder während dem Eisprung durch ein Ziehen oder Spannen im Unterbauch an. Oft sind auch krampfartige Schmerzen möglich. Es ist bisher wissenschaftlich nicht geklärt, ob es sich um einen Schmerz handelt, der entsteht, wenn das sprungbereite Follikel (Durchmesser immerhin 2.8 cm) im Eierstock drückt, oder ob es sich dabei um einen Schmerz, ausgelöst durch beim Eisprung in die Bauchhöhle freigesetztes Fruchtwasser und Blut, handelt. Er kann über mehrere Tage anhalten oder nur einmal kurz auftreten und wieder verschwinden. Im Zyklusblatt wird er mit M für Mittelschmerz vermerkt.

Viele Frauen kennen das Brustsymptom eher aus der Zeit nach dem Eisprung. Das sogenannte PMS Syndrom ( prae menstruelles Syndrom) tritt in der Zeit vor der Menstruationsblutung auf, also in der Progesteronphase. In der Progesteronphase lagert der Körper Wasser ein, die Brüste werden hart, spannen und sind tastempfindlich. Frau fühlt sich allgemein schwer und aufgebläht. Bei wenigen Frauen wird das Brustsymptom auch schon in der Zeit während des Eisprungs beobachtet. Es wird mit einem B für Brustsymptom im Zyklusblatt vermerkt.

Wie oft hat man die Klage schon gehört: "Ich bin während der Menstruation schwanger geworden" oder "Mein Bruder wurde während der Menstruation gezeugt". Dabei handelt es sich meist um Schwangerschaften, die während einer Ovulationsblutung eingetreten sind. Die Ovulationsblutung kann aus braunem Schleim bestehen oder sogar richtige Menstruationsstärke erreichen. Ist einer Blutung keine eindeutige Hochlage vorrausgegangen muss man immer von einer Ovulationsblutung ausgehen und sie als Zeichen der hochfruchtbaren Zeit betrachten. Bei Frauen, die keine Temperaturaufzeichnungen machen kann sie daher leicht mit Einsetzen der Menstruation verwechselt werden.


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