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| Wer kann NFP machen? |
| NFP eignet sich grundsätzlich für jede Frau. Selbst sehr
junge Frauen kurz nach der Pubertät oder ältere Frauen kurz vor den Wechseljahren können mit Hilfe
der Temperaturmessung und der Schleimbeobachtung wertvolle Hinweise auf das aktuelle Zyklusgeschehen bekommen.
NFP setzt jedoch voraus, dass die Frau gewillt ist, sich mit dem eigenen Geschehen im Körper zu
beschäftigen. Das erfordert ein gewisses Maß an Disziplin und Lernwillen.
Auch Geduld ist bei NFP gefordert. Vor allem nach der Pilleneinahme dauert es einige Monate, bevor
sich der Zyklus wieder normalisiert. Zykluslängen von bis zu 138 Tagen sind beobachtet worden.
Der Körper kann bis zu 9 Monate brauchen, bis er sich wieder auf einen normalen Zyklus eingependelt hat und
alle in den Fettzellen gespeicherten Hormone der Pille oder anderer hormoneller Verhütungsmittel wieder
ausgeschieden hat.
Eine wichtige Vorraussetzung für NFP ist das Einverständnis des Partners. Denn er muss in der fruchtbaren
Zeit damit einverstanden sein, entweder zu verzichten oder mit Barrieremethoden zu verhüten.
Aber auch bei Frauen ohne geregelte Partnerschaft kann man NFP nur empfehlen! In Zeiten von wieder
rapide zunehmenden Neuinfektionen von HIV, Syphillis oder Hepatitis sollte keine Frau bei wechselnden
Männerbekanntschaften auf die Anwendung eines Kondoms verzichten. Erst nach längerem Kennen lernen und wenn
beide Partner gesund sind, kann man auf Kondome in der unfruchtbaren Zeit verzichten. Muss man einen geregelten Tagesablauf für NFP haben? Definitiv NEIN! Aus eigener Erfahrung kann man sagen, dass sich NFP auch für Frauen mit Schichtdienst eignet. Jede Frau muss dabei eine gewisse Lernphase durchmachen, wie die Temperatur auf wenig Schlaf, Alkohol, spätes Essen, Allergien, Nachtdienst reagiert. Dabei muss man gewisse Taktiken entwickeln, um auch bei Nachtdiensten auswertbare Temperaturen zu bekommen. Bei mir ist es so, dass ich ca. 3 h zuhause schlafe und dann gegen 10 Uhr messe. Die Temperatur passt gut ins Bild. An allen anderen Tage messe ich um 5.40 Uhr, auch am Wochenende. Eine geregelte Messzeit ist bei den meisten Frauen wichtig. Dadurch werden allzu große Zacken in der Kurve vermieden. Jedoch erfordert dies wiederum eine erhöhte Disziplin der Frau, jeden Morgen zur gleichen Zeit die Temperatur zu messen. Hört sich zu kompliziert an? Dazu kann man nur sagen: Es lohnt sich! Man erhält ein positives Körpergefühl und wird sich der eigenen Fruchtbarkeit bewusst. Ja sicher ist es viel einfacher jeden Tag eine Pille einzuwerfen, aber man sollte sich über die Langzeitschäden und Nebenwirkungen der Pille im Klaren sein. |
Besonderheiten nach längerer Pilleneinnahme |
| Eine große Anzahl von NFP-Anwenderinnen hat vorher die Pille genommen
oder mit anderen hormonellen Verhütungsmethoden verhütet (Nuvaring,
Implanon, 3-Monats-Spritze etc.). Nach dem Absetzen von diesen Hormonen
können diese immer noch "nachwirken". Das liegt zum einen daran, dass
Östrogene im Fettgewebe gespeichert und nach Absetzen der Pille nach
und nach freigegeben werden können. Zum anderen könnte man sich auch
vorstellen, dass der Körper, nachdem er durch die zugeführten Hormone
in einen "Dornröschenschlaf" versetzt wurde, erst wieder lernen muss,
seinen Hormonspiegel selbst zu regeln. Eine typische Nebenwirkung nach
dem Absetzen von Hormonen sind zum Beispiel verlängerte Zyklen. Diese
können durchaus mal 2 oder gar 3 Monate oder sogar noch länger sein.
Eine Aufstellung von weiteren Möglichen Nachwirkungen von hormonellen Verhütungsmittel kann frau hier finden. Pillen-Nachwirkungen können bis zu neun Monate nach Absetzen der Pille anhalten, man muss sich daher nicht verrückt machen, wenn die ersten Zyklen erst mal ziemlich ungewöhnlich aussehen. Auf der anderen Seite gibt es auch Frauen, bei denen gar keine Pillen-Nachwirkungen auftreten und vom ersten Zyklus an alles ganz gewöhnlich verläuft. Aufgrund der Nachwirkungen von Hormonen gelten für NFP-Anfängerinnen nach der Pille (man spricht auch von "Post Pill") zwei Sonderregeln: 1. Auswertung der Hochlage: Bei der ersten Hochlage nach Absetzen der Pille muss ein zusätzlicher Tag dazugezählt werden. Das bezieht sich auf die erste Hochlage, egal ob sie nun im ersten Zyklus nach der Pille, oder erst später, stattfindet. Dieser "Post-Pill-Tag" muss in jedem Fall hinzugenommen werden, auch wenn nach einer Ausnahmeregel ausgewertet wird. Kann man die erste Hochlage also nach der normalen NFP-Regel (drei höhere Messungen, davon die dritte mindestens zwei Zehntel höher) auswerten, so braucht man noch einen Zusatztag, der eine höhere Messung aufweist. Insgesamt muss man also 4 Tage warten. Kann die Hochlage nach der ersten Ausnahmeregel ausgewertet werden (der dritte Wert ist keine zwei Zehntel höher, aber man hat einen Vierten Tag, der höher ist, aber nicht unbedingt zwei Zehntel höher sein muss), so muss man auch zu diesem vierten Tag noch einen Tag dazuzählen, man muss also insgesamt 5 Tage abwarten. 2. Erfordernisse für die -8-Regel Normalerweise braucht man 12 Zyklen, um die -8-Regel anwenden zu dürfen. Nach Absetzen der Pille muss man aber erst 15 Zyklen abwarten, um diese Regel anzuwenden. Das liegt einfach daran, dass es in den ersten Zyklen vermehrt vorkommt, dass der Eisprung erst später kommt als "normalerweise" oder ganz ausbleibt, diese Zyklen können daher nicht "gerechnet" werden. Weitere Zusatzhinweise: - Ein Zyklus ist noch post-pill anzunehmen, bis die erste auswertbare Hochlage erfolgt ist. D.h. selbst wenn nach einer gewissen Zeit eine Abbruchblutung erfolgt, der Zyklus aber monophasisch verlaufen ist, dann ist der somit 2. Zyklus auch wieder post-pill. - im ersten Zyklus nach Absetzen der Pille erfolgt ganz normal die menstruationsähnliche Entzugsblutung. Es dürfen die ersten 5 Tage noch als unfruchtbar angenommen werden. - war der erste Zyklus monophasisch, dürfen keine unfruchtbaren Tage am Zyklusanfang des darauffolgenden Zyklus angenommen werden. - Der Schleim kann schwer auswertbar sein, entweder gehäuft auftreten oder ganz Ausbleiben. Mehrere Schleimhöhepunkte sind nicht selten. - Ein Menstruationskalender aus der Zeit vor der Pille ist ungültig! Oft sind in den ersten Zyklen post-pill die Gelbkörperphasen verkürzt oder grenzwertig (Lutealinsuffizienz). Meist pendelt sich dies aber im Laufe eines Jahres wieder ein. Auf zusätzliche Hormongaben, um z.B. einen Eisprung einzuleiten, sollte verzichtet werden! Es würde sonst wieder das gesamte Zyklusgeschehen durcheinander bringen! Interessantes post-pill Tagebuch einer NFP Beginnerin |
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